Bodengleiche Dusche im Altbau — geht das überall?
Fast überall. Die Frage ist nicht ob, sondern mit welchem Aufwand.
Der Boden entscheidet
Ob eine schwellenlose Dusche möglich ist, hängt am Aufbau zwischen Rohdecke und Fertigfußboden. Ist dort genug Höhe, verschwindet der Ablauf darin. Ist es eng, gibt es zwei Wege: einen besonders flachen Ablauf mit Rinne an der Wand oder das Öffnen des Estrichs an der Stelle des Ablaufs. Beides ist machbar — der Unterschied liegt im Aufwand, nicht in der Möglichkeit.
Wo es wirklich schwierig wird
- Holzbalkendecken. Hier ist die Abdichtung anspruchsvoller und die Ausführung muss zur Konstruktion passen.
- Fußbodenheizung im Estrich. Der Ablauf darf die Heizkreise nicht verletzen — das ist planbar, aber nicht nebenbei.
- Abwasserleitung zu hoch. Dann muss das Gefälle neu gedacht werden, gelegentlich wandert der Ablauf.
Kleines Bad, große Dusche
In engen Bädern hilft eine Regel der DIN 18040-2: Bewegungsflächen dürfen sich überlagern, und die Duschfläche zählt mit, wenn sie bodengleich ausgeführt ist. Genau deshalb wird ein kleines Bad durch den Wegfall der Wanne oft nicht nur sicherer, sondern spürbar größer.
Was bleibt zu klären
Rutschhemmung des Belags, Entwässerungsleistung des Ablaufs, Position der Haltegriffe und die Frage, ob eine Duschabtrennung nötig ist oder eher stört. Das entscheidet sich am Objekt, nicht am Katalog. Maße und Mindestflächen stehen in der eigenen Antwort: Wie groß muss ein barrierefreies Bad sein?

